Hilfe, mein Hund will nicht!

Tipps und Training für den Hund

Hund will nicht ins Auto

Die Gründe, warum der Vierbeiner das Einsteigen ins Auto vermeidet, können sehr unterschiedlich sein. Die Lösungen sind zum Glück oft einfach.

Hund während der Autofahrt

Hund während der Autofahrt

Mögliche Ursachen

Manchen Hunden wird es beim Autofahren einfach schlecht, andere Vierbeiner hingegen haben Probleme mit Knochen oder Gelenken, so dass ein Sprung ins Auto für sie schmerzhaft ist. Wieder andere wollen nicht ins Auto, weil sie mit einem Aufenthalt oder der Fahrt negative Erinnerungen verknüpfen.

Und schließlich gibt es noch die Exemplare, die nach dem Motto „Ich muss gar nichts“, das Einsteigen verweigern, weil sie von ihrem Besitzer oder ihrer Besitzerin bisher immer ins Auto gehoben wurden und überhaupt keine Notwendigkeit sehen, sich selbst einen Ruck zu geben …

Damit sich dieser Zustand aber nicht über eine längere Zeit zementiert oder sogar noch verschlimmert, sollte man sich um eine Ursachenbekämpfung kümmern. Denn ein kleines Problem, das keine Gelegenheit hat, zu einem Großen zu werden, sondern sich in Wohlgefallen auflöst, ist immer noch das Beste.

Gerade bei jungen Hunden ist es nur eine Frage der Gewöhnung, bis diese von selbst in den Kofferraum springen und dort auch gerne bleiben

Gerade bei jungen Hunden ist es oft nur eine Frage der Gewöhnung, bis diese von selbst in den Kofferraum springen und dort auch gerne bleiben

Die Lösungen: Ein gutes Auge, Fingerspitzengefühl und Geduld

Die genaue Ursache schnell zu erkennen, ist nicht immer ganz leicht. Auf alle Fälle sollte man seinen Hund genauer unter die Lupe nehmen und im Zweifelsfall auch den Gang zum Tierarzt nicht scheuen.

Hat der Hund Muskel- oder Gelenkbeschwerden, ist es legitim, dass er nicht aus dem Stand ins Auto springen möchte – gegen diese kann man jedoch häufig etwas unternehmen. Sofern der Tierarzt aufgrund des Alters oder der körperlichen Konstitution des Vierbeiners von Sprüngen generell abrät, hilft der Bau einer kleinen Treppe oder Rampe, über die das Tier schonender und von sich aus ins Auto gelangt.

Wenn es ihm hingegen schlecht wird, lohnt es sich, dass Training ganz vorsichtig zu beginnen und mit ihm erst einmal nur das Einsteigen zu üben, ohne anschließend loszufahren.

Nachdem diese Übung mehrmals geklappt hat, fährt man ein kleines – ein wirklich kleines Stück – von maximal wenigen Minuten und erhöht die Zeit erst im Laufe der Zeit.

So kann er sich etappenweise an das Fahren gewöhnen und wird nicht direkt überfordert.

SIe sollten den Hund nach Möglichkeit nicht ins Auto heben - schon gar nicht, wenn er dort ohnehin nicht reinwill

Manche Hunde steigen aus Bequemlichkeit nicht in ein Auto; dies ist aber sehr selten und kann in der Regel problemlos mit einem Leckerli „behoben“ werden

Tricks und Training

Der Hund will nicht ins Auto, weil er meint, dass ihn sein Besitzer ja wunderbar hinein heben kann? Dann ist es Zeit für Trick 17! Hierbei muss man seinem Hund verdeutlichen, dass sein selbstständiges Einsteigen für ihn einen Vorteil bedeutet – ein Lob, ein Leckerli oder eine Fahrt zu einer weiter entfernten Hundewiese oder eine Wanderung durch einen Fluss.

Die meisten Hunde verstehen solche Zusammenhänge erstaunlich schnell und zeigen sich unter diesen Bedingungen irgendwann von alleine kooperativ. Wichtig dabei ist, dass es sich tatsächlich um vorwiegend positive Ereignisse handelt – die ausschließliche Fahrt zum Tierarzt gehört in der Regel nicht dazu.

Zwei Möpse in Transportbox

Zwei Möpse in Transportbox; solche Boxen oder Hundezelte gibt es unter anderem bei Amazon

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Hund zu Hause an eine (Transport-)Kiste zu gewöhnen und diese nach einigen Wochen ins Auto zu verfrachten. Dies hilft vor allem, wenn die Ablehnungshaltung des Hundes auf Unerfahrenheit oder Unsicherheit beruht.

Besonders aufwändig ist das Training mit einem durch negative Erfahrungen geprägten Hund. Sein Vertrauen muss man sich durch Konsequenz, aber vor allem durch viel Gefühl verdienen, denn das Ausüben von Zwang (an der Leine zerren oder in aufgebracht-bis-bedrohlichem Tonfall Kommandos geben) führt zu nichts.

Viel eher lässt sich die Situation entschärfen, indem man mit einem anderen Auto und einfach so nebenher übt – oder unter Umständen sogar eine andere Person mit ihm trainiert.

Wie beim Hund, dem übel wird oder dem, der keinen Vorteil im Selbst-Einsteigen sind, sind Zeit und eine positive Bestärkung im gewünschten Verhalten immens wichtig – je weniger dem Hund auffällt, dass es sich um ein Einsteige-und-Autofahr-Training handelt, desto besser!

Hunde im Kofferraum

Hund zufrieden, Problem gelöst!

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

© 2018 Hilfe, mein Hund will nicht!

Thema von Anders Norén