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Tipps und Training für den Hund

Hund will nicht alleine bleiben

Für das Rudeltier Hund ist es kein natürlicher Zustand alleine zu bleiben. Aber im Zusammenleben mit dem Menschen muss sich der anpassungsfähige Vierbeiner wohl oder übel mit dem Alleinebleiben arrangieren. Doch wie gewöhnt man dem Vierbeiner das am besten an?

Hund alleine zu Hause

Hund alleine zu Hause

Die Gewöhnung an das Alleinebleiben sollte der Hund möglichst behutsam, schrittchenweise und bereits im Welpenalter erfahren. Aber auch wenn Sie das versäumt haben, ist es später nicht aussichtslos, dem Hund das Alleinbleiben beizubringen.

Verschiedene Anzeichen, verschiedene Ursachen

Die Anzeichen für die Angst des Hundes vor dem Alleinebleiben können vielfältig sein. Die üblichen sind: Jaulen, Bellen und das Zerstören von Gegenständen in der Wohnung (Stressabbau).

Schimpfen Sie deshalb nicht mit ihm. Er würde Ihre Reaktion nicht richtig verknüpfen können. Als Verwandter des Wolfes versucht der Hund, sein „Rudel“ mit „Geheul“ zum Zurückkommen zu bewegen. Daher tritt das Bellen meistens auf, wenn er den Hundehalter noch in der Nähe vermutet, bis der Vierbeiner schließlich resigniert (oft nach ein paar Minuten). Sie können das mit Hilfe von Tonband- und Videoaufnahmen kontrollieren.

Heulender Hund

Heulender Hund

Wenn der Hund nicht alleine bleiben will, kann die Ursache auch eine allgemeine Trennungsangst sein, die zum Beispiel durch traumatische Erlebnisse während des Alleinbleibens ausgelöst wurde. Es kann sein, dass der Hund von seinen Menschen nicht genug Sicherheit vermittelt bekommt, so dass der Hund die Vorstellung entwickeln könnte, seine Menschen seien nicht Herr der Lage und kämen ohne ihn nicht zurecht.

Es kann aber auch einfach sein, dass der Hund falsch oder gar nicht an das Alleinebleiben gewöhnt wurde oder dass es sich um einen sehr lebhaften und kontaktfreudigen Hund in einer Umgebung handelt, die sehr reich an Reizen ist. Das abrupte Alleinbleiben ist beispielweise schwieriger, wenn mit dem Hund vorher noch viel herumgetobt wurde und die ganze Familie plötzlich das Haus verlässt. Möglich ist es auch, dass der Hund lediglich das Weggehen seiner Hauptbezugsperson nicht toleriert, auch wenn die anderen im Haus bleiben.

Lösungsansätze

Versuchen Sie also zunächst, der Ursache für das Nicht-Alleinebleibenwollen auf den Grund zu gehen. Dann haben Sie verschiedene Möglichkeiten, die Trennungsangst des Hundes zu therapieren:

  1. Sorgen Sie für einen möglichst ruhigen und gleichförmigen Alltag. Lassen Sie den Hund nach dem Herumtoben nicht gleich alleine, sondern lassen Sie ihm eine halbe Stunde Zeit zum „Herunterkommen“. Sorgen Sie allgemein dafür, dass Ihr Hund den Eindruck bekommt, Sie regeln alles optimal für ihn und er kann sich auf Sie verlassen. Mit anderen Worten: Seien Sie berechenbar für Ihren Hund. Er muss vertrauen dürfen, dass Sie zuverlässig sind.
  2. Probieren Sie aus, ob ein „Hundekumpel“ nicht bereits die Lösung sein kann. Nehmen Sie dazu vielleicht kurzfristig einen Hund in Pflege, mit dem Ihr Hund sich gut versteht.
  3. Stellen Sie dem Hund nicht das ganze Haus oder die ganze Wohnung zur Verfügung, wenn er alleine bleiben soll. Begrenzen Sie den Raum auf ein Zimmer, das Sie ggf. abschotten, so dass keine aufregenden Reize von draußen kommen. Eine Begrenzung der Fläche verhindert, dass der Hund sich allzu verloren vorkommt und sich durch herumlaufen in eine Panik hereinsteigert. Geben Sie dem Hund etwas zum Kauen, auch wenn er das vielleicht nicht beachtet, solange Sie nicht da sind.
  4. Üben Sie schrittchenweise das Alleinebleiben. Das ist eine sehr langweilige und langwierige Übung, aber sie hilft so gut wie immer: Verlassen Sie bis zu 50 mal am Tag das Haus und kommen Sie wieder herein. Je öfter Ihr Hund die Erfahrung macht, dass Sie immer wiederkommen, umso leichter kann er glauben, dass das auch beim nächsten Mal wieder der Fall sein wird. Dazu steigern Sie am besten die Zeit des Alleinbleibens: Wenn der Hund eine Minute stressfrei schafft, steigern Sie auf 2, dann 5, dann 10 Minuten, dann eine Viertelstunde, eine halbe Stunde, usw. Wenn der Hund erst einmal schafft, eine halbe Stunde entspannt alleine zu bleiben, wird er mit einer ganzen Stunde und schließlich mehreren Stunden auch bald kein Problem mehr haben.
Mit einem guten Training bleibt der Hund irgendwann auch alleine zu Hause - meistens schlafen die Vierbeiniger übrigens friedlich, während Herrchen oder Frauchen unterwegs ist ...

Mit einem guten Training bleibt der Hund irgendwann auch alleine zu Hause – meistens schlafen die Vierbeiniger übrigens friedlich, während Herrchen oder Frauchen unterwegs ist …

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