Hilfe, mein Hund will nicht!

Tipps und Training für den Hund

Mein Hund will nicht spielen!

Bei dem Gedanken an einen Hund hat man einen gut erzogenen, spielenden und beschützenden Vierbeiner vor Augen. Doch der erste Bruch mit dem Wunschbild entsteht schon, wenn der Hund nicht zum Spielen animiert werden kann.

Ungenutztes Hundespielzeug

Ungenutztes Hundespielzeug

Warum spielt ein Hund?

Ein Hund will nicht spielen? Das gibt es häufiger als man denkt. Doch woran liegt das? Als Welpe ist Spielen besonders wichtig. Der Hund lernt Sozialverhalten, Kommunikation und die wichtige Beißhemmung – die sogenannte Sozialisierung des Hundes.

Später hilft das Spiel beim Auslebung von Trieben, dem Austesten von Grenzen beim Spielpartner und dient der Verfeinerung der Kommuniaktion, dem Deuten von Körpersignalen und Mimik. Nicht zu vergessen ist, dass die Bindung mit dem Gegenüber enorm gestärkt wird.

Welche Ursachen und Lösungen gibt es?

Zunächst sollte eine körperliche Beeinträchtigung ausgeschlossen werden. Schmerzen lassen die Lust am Spielen und Toben sinken. Viele Hunden zeigen nicht, dass ihnen etwas schmerzt. Hat der Hund immer sehr gern gespielt und das Spielverhalten eingestellt, dann sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund körperlich beeinträchtigt ist, liegt sehr nah. Vor allem, wenn der Hund keine negativen Erfahrungen in einem Spiel gemacht hat, die mit der verlorenen Spiellust in Zusammenhang gebracht werden können.

Ein Überangebot an Spielsachen kann ein Grund sein. Gleichen die vier Wände einem Hundespielzeugparadies, gibt es bei chronischer Spielunlust des Hundes Handlungsbedarf. Der Hund will vielleicht nicht spielen, weil er es satt hat? In diesem Fall hilft aufräumen und das Angebot reduzieren. Das Spielzeug wird nur dann geholt, wenn der Mensch spielen will. Zunächst das Objekt wieder zur Begierde machen und dann die Spieleeinheiten kurz halten. Zwei bis drei Minuten spielen und alles wieder wegräumen. Der Hund lernt, dass spielen mit dem Menschen Spaß macht und selten ist. Die Lust am Spiel wird steigen.

Mitunter kann es helfen, das Hundespielzeug nur zeitweise verfügbar zu machen

Mitunter kann es helfen, das Hundespielzeug nur zeitweise verfügbar zu machen

Nicht jeder Hund mag die gleichen Spiele. Ist er an Ballspielen nicht interessiert, so könnte ein Futtersuchspiel helfen. Funktioniert ein Spiel, so ensteht zwischen Hund und Besitzer eine stärkere Bindung. Eine grobe Orientierung für das passende Spiel zum Hund können rassespezifische Eigenheiten sein.

Herdenschutzhunde und molossoide (massige) Hunde sind zum Schutz gezüchtet und meist keine großen Spieler. Für sie eignen sich leichte Kopfarbeit und Sozialisierungsspiele.

Lauf- und Vorstehhunde lieben Nasen- und Fährtenarbeit. Man sollte darauf achten, dass diese nicht jagdlich geführt werden. Die Nasen- und Fährtenarbeit sollte beinhalten, dass ein jagdlicher Erfolg nur an der Seite des Herrchens zu erlangen ist. Dem Hund sollte bei Sichtung eines Wilds und gleichzeitigem Verharrens beispielsweise ein Leckerchen als positive Bestärkung seines Verhaltens gegeben werden.

Apportierhunden sollte das Apportieren abseits von Spaziergängen gezielt ermöglicht werden. So wird Arbeit und Freizeit getrennt und die Vorliebe des Hundes zum aktiven Spiel mit dem Besitzer.

Kleiner Münsterländer mit Spielzeughahn

Kleiner Münsterländer mit Spielzeughahn

Hütehunde, Schäferhunde und Wachhunde können mit jeder Art körperlicher und geistiger Beschäftigung ausgepowert werden, welche Schutz- und Territorialinstinkt nicht fördert. Für Begleithunde eignen sich Partnertraining wie Agility– oder Versteckspiele. Windhunde lieben Lauf- und Hetzspiele. Sie spielen am liebsten mit anderen Hunden. Die Kleinhunde lassen sich besonders mit Denk- und Geschicklichkeitsspielen zum Spielen animieren.

Wenn der Hund nicht spielen will, ist das – wenn keine körperliche Beeinträchtigung besteht – meist nur eine Frage des passenden Spiels für den Hund. Durch Ausprobieren und Beobachten des Hundes lässt sich sicher das richtige Spiel finden. Gerade bei neuen Spielmethoden ist die Nutzung und vorherige Konditionierung auf einen Clicker hilfreich. Der hilft nicht nur bei der Grunderziehung, sondern auch beim Erlernen von Tricks und zusätzlichen Kommandos.

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Thema von Anders Norén