Hilfe, mein Hund will nicht!

Tipps und Training für den Hund

Hund will nicht raus!

Viele Hunde mögen kein nasses Wetter, keine Gewitter oder möchten mit zunehmendem Alter auch bei großer Sommerhitze ungern nach draußen. Diese Gründe sind nachvollziehbar und kein Grund zur Sorge. Er braucht dann nur ein wenig Motivation – oder ein langsameres Tempo. Was aber, wenn Fiffi partout nicht raus will?

Zufriedener Hund im Schnee

Zufriedener Hund im Schnee

Zum Gassigehen muss man sich an manchen Tagen schon aufraffen. Und ist Herrchen oder Frauchen dann endlich angezogen und bereit, stellt sich heraus: Der Hund will nicht raus! An Regen- oder Schneetagen ist das vielleicht verständlich, doch wenn der Hund häufiger gar nicht vor die Tür will, sollte man das Problem ernst nehmen.

Die Motivation steigern

Vorab: Zwingen Sie weder sich noch Ihren Hund übetrieben nach draußen! Bei starkem Regen wollen Hund und Herrchen beide ungern raus. Es spricht nichts dagegen, den Vierbeiner an solchen Tagen nur zur Toilettenstelle zu lassen und dann wieder reinzugehen. Es sei denn, er wirkt sichtlich unterfordert und unausgelastet, dann muss er durch den Regen durch.

Vielleicht hilft auch eine regenabweisende Hundejacke, ihn zu motivieren, wenn er einfach nicht gerne durchnässt wird. Es wird einige Male dauern, bis der Hund begreift, was dadurch passiert, doch dann geht er vielleicht auch bei Regen wieder freiwillig vor die Tür.

Regenjacke für den Hund, hier gleichzeitig auch noch eine Sicherheitsweste

Regenjacke für den Hund, hier gleichzeitig auch noch eine Sicherheitsweste (erhältlich bei Amazon)

Unangenehme Erfahrungen vermeiden

Möglicherweise ist die Ursache für die Unlust am Rausgehen auch schlichter Natur. Streusalz im Winter ist für Hundepfoten sehr schmerzhaft, böiger Wind pfeift in den Ohren und störende Geräusche und Gerüche machen dem Vierbeiner möglicherweise große Angst. Die banale Lösung: Probieren Sie eine andere Strecke aus und schauen Sie, ob sich das Verhalten dadurch bessert.

Auf keinen Fall sollte man den Vierbeiner aber an der Leine aus dem Haus ziehen, dadurch bekommt er nur noch weniger Lust. Hilfreich ist es auch, die Spaziergänge um Aktivitäten zu bereichern, die der Hund mag. Was spricht dagegen, ein paar Bälle auf der Wiese zu werfen, an die Kuhweide zu gehen, wo er (an der Leine!) die Kühe anbellen und sich abreagieren darf?

Den Hund motivieren

Wenn der Hund schon keine Lust auf lange Spaziergänge hat, dann doch zumindest für den Toilettengang. Manchmal kann es schon helfen, sich mehr Zeit fürs Gassigehen zu nehmen. Niemand ist auf der Flucht, also was spricht dagegen, ab und zu zum Verschnaufen anzuhalten?

Ein ausgiebiges Lob, wenn Hund und Herrchen es vor die Tür geschafft haben, kann auch zur Motivation des Vierbeiners beitragen. Ein gut gelaunter Hundehalter, der sich selbst auf den Spaziergang freut und sich nach dem Tempo des Hundes richtet, ist motivierender als ein gestresster Mensch, der es nur noch hinter sich bringen will – das spüren auch Hunde.

Manchmal hilft es, mit Hunde-Spielzeug für mehr Spaß beim Rausgehen zu sorgen

Manchmal hilft es, mit Hunde-Spielzeug für mehr Spaß beim Rausgehen zu sorgen

Gesundheitliche Probleme

Hunde, die über einen längeren Zeitraum und ständig ungern rausgehen, könnten ein gesundheitliches Problem haben oder dadurch entwickeln. Besonders häufig treten in diesem Zusammenhang Herzprobleme auf, für die manche Rassen ohnehin sehr anfällig sind.

Terrier etwa können ab dem mittleren Alter oder auch schon früher ein schwaches Herz entwickeln und gehen dann nur noch ungern vor die Tür. Und wenn, dann wollen sie lieber langsam als schnell laufen, machen häufig Pausen und lassen sich zum Ballspielen nicht mehr motivieren.

Entscheidend hierbei ist, dass der Hund nicht aus erkennbaren Gründen nicht nach draußen will, sondern dass seine Haltung eher zur Regel wird. Die Verweigerungshaltung ist dann unabhängig vom Wetter, dem Tagesablauf des Hundes oder anderen Faktoren.

Wenn die Angst vorm Gassigehen keine natürlichen Ursachen hat (hier: Gewitter), müssen Sie irgendwann ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen

Wenn die Angst vorm Gassigehen keine natürlichen Ursachen hat (hier: Gewitter), müssen Sie irgendwann ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen

Was tun?

Ein Gang zum Tierarzt bleibt das letzte Mittel, wenn der Hund nicht mehr vor die Tür will. Sie sollten damit aber auch nicht zu lange warten. Wenn tatsächlich gesundheitliche Probleme erkannt werden, müssen diese unverzüglich behandelt werden! Ein eingeklemmter Nerv oder ein angebrochenes Bein ist für den Hund eine Qual und muss schnellstmöglich behandelt werden.

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